Tutte le strade portano a Roma

.. oder auf Deutsch alle Wege führen nach Rom.

Ich habe diesen Blog angefangen, um über das Training für meinen ersten Marathon in Bremen zu berichten. Mittlerweile ist der Marathon geschafft und seit dem einiges passiert.

Ich konnte am 1. Oktober meinen ersten Marathon finishen und mich auch relativ schnell davon erholen (drei Tage nach dem Marathon war ich schon in den Abruzzen wandern). Jedoch habe ich die Zeit, die ich mir vorgenommen hatte, nicht geschafft. Die letzten 10 km waren einfach zu hart. Ich habe lange über die Ursachen spekuliert. Letztendlich weiß ich nicht, warum das so passiert ist. Das Training lief sehr gut und ich kann keinen offensichtlichen Fehler erkennen.

Drei Wochen nach dem Marathon bin ich beim Halbmarathon in Oldenburg gestartet. Der Halbmarathon lief sehr gut und ich habe ihn in einem für mich Bombentempo gefinisht (01:41:53). Anscheinend hat das Marathontraining doch was gebracht.

Seit November bin ich beim Laufteam von Werder Bremen. In der Gruppe zu trainieren und sich über das Laufen auszutauschen finde ich viel besser, als alles alleine zu bewältigen. Das Team und die Trainer sind sehr nett und sehr kompetent.

So bin ich einigermaßen gut durch das Winter gekommen. Alleine wäre ich bei der Kälte und der Dunkelheit kaum rausgekommen. In der Gruppe habe ich auch die Motivation gefunden, im Winter für den nächsten Marathon zu trainieren. Ich werde am 8. April die

Maratona di Roma

laufen!

In Rom zu laufen war lange ein Traum von mir. Die Strecke verläuft an vielen besonderen Sehenswürdigkeiten vorbei (Colosseo, Circo Massimo, San Paolo, San Pietro, Castel Sant’Angelo, Piazza Navona, Piazza del Popolo, Piazza di Spagna). Ich freue mich schon darauf!

Ich habe mich immer vor dem Training im Winter und vor dem komplizierten Anmeldungsverfahren (mehr dazu unten) gescheut. Durch das Training bei Werder habe ich die Motivation gefunden, trotz Kälte und Dunkelheit rauszugehen. Zwei Kollege aus dem Verein werden auch in Rom mitlaufen.

Das Training

Der 4-Stunden Trainingsplan, den ich für Bremen hatte, ist mittlerweile zu einfach für mich. So werde ich wahrscheinlich für 3:45 trainieren. Trotzdem werde ich beim Marathon für 4 Stunden pacen. Nach der Erfahrung in Bremen möchte ich auf Nummer sicher gehen. Am 15. 01. sollte ich mit dem 12-Wochen-Training anfangen.

Dienstags und donnerstags werde ich bei Werder trainieren (dienstags Intervalle). Es bleiben noch der Freitagslauf und der lange Lauf am Sonntag. Die werde ich meistens allein machen.

Ich werde dieses Mal nicht jede Woche einen Beitrag posten. Die Posts aus diesem Sommer sind für mich sehr interessant. Sie erinnern mich an viele verschiedene Emotionen. Der Weg zum Marathon war fast schöner als der Marathon selbst. Aber es war auch stressig, alles aufzuschreiben (und für Holger alles Korrektur zu lesen) und ich glaube nicht, dass das für jemand anderes außer für mich interessant war.

Ich werde vielleicht sporadisch etwas aus dem Training posten, aber kein Tagebuch hier führen.

Wettkämpfe

Während des Marathontrainings finden ein paar Wettkämpfe statt, an denen ich teilnehmen möchte. Ob und wie sie sich in das Training integrieren lassen, muss ich noch schauen. So weiß ich noch nicht, ob ich sie alle machen werde.

  • Winterlaufserie Termin 1 (07.01.2018, 10 km)
  • Winterlaufserie Termin 2 (04.02.2018 15 km)
  • Winterlaufserie Termin 3 (04.03.2018 20 km)
  • Hamburger Halbmarathon durch das Alte Land (25.03.2018)

Während ich schreibe habe ich auch leichte Knieschmerzen (gestern bin ich beim Silvesterlauf 10 km gelaufen). Ich hoffe, dass das nichts Ernstes ist und schnell wieder gut wird. Für das Marathontraining werde ich auch neue Schuhe kaufen. Die alten sind nach dem Marathon und das Training davor hinüber.

Die Anmeldung

Jetzt kommt der Absatz, wo ich Frust raus lassen muss. Mit Italien ist für mich immer Frust verbunden. Er ist ein spezieller, bürokratischer Italien-Frust.

Bevor ich überhaupt mit dem Training starten kann, war der organisatorische Aufwand ziemlich groß. Zum Einem muss man den Urlaub organisieren, Flüge und Unterkunft buchen, usw. Zum Anderem muss man sich für den Wettkampf anmelden. Das klingt harmlos und woanders ist es das auch. Formular ausfüllen, bezahlen und zack ist man angemeldet. Aber nicht in Italien..

Das ärtzliches Attest

In Italien können grundsätzlich nur Mitglieder des italienischen Leichtatlethikverbandes (FIDAL) an Wettkämpfe teilnehmen. Das ist in Deutschland für andere Sportarten (z.B. Schwimmen) ähnlich. Und bei manchen Laufwettkämpfen auch (z.B. Meisterschaften).

Da der Laufsport so populär ist und große Events auch für die Städte wirtschaftlich relevant sind, hat man sich einen Weg überlegt, um weitere Läufer an solchen großen Events teilnehmen zu lassen. An den kleinen Läufen können weiterhin nur die FIDAL-Mitglieder teilnehmen. Zusätzlich gibt es auch Volksläufe, die für alle offen sind. Aber sie gehen meistens nur über 3 bis 5 km.

Wenn man an einem großen Marathon wie dem in Rom teilnehmen möchte, kann man eine RunCard erwerben. Mit der RunCard hat man das Recht, für ein Jahr an solchen großen Events teilzunehmen.

Aber das allein reicht nicht aus. Das wäre zu einfach! Zusätzlich muss man am Wettkampftag ein aktuelles ärtzliches Attest mitbringen. Aber nicht irgendeines. Ein spezielles.

In Italien braucht man selbst für Schulsport ein ärtzliches Attest. Man denkt Deutschland wäre ein bürokratisches Land, aber Italien ist viel schlimmer. Solche Atteste sind sehr genau reguliert. Für jede Tätigkeit braucht man ein unterschiedliches Attest. Zum Laufen (selbst für 5 km Wettkämpfe) braucht man ein certificato medico agonistico valido per l’atletica leggera. Also ein ärztliches Attest für Leichtathletik als Leistungsport. Das muss so wortwörtlich auf dem Attest stehen. Ein Attest für Triathlon als Leistungsport geht nicht. Es muss das Wort Leichtathletik drauf stehen.

Da man so ein Attest außerhalb von Italien nicht kriegt (weil das Schwachsinn ist), können Läufer, die im Ausland wohnen, ein Formular herunterladen. Der Arzt soll das Formular ausfüllen und stempeln. Damit kann man an den Lauf teilnehmen, aber man kommt in eine gesonderte internationale Wertung.

Es ist also alles ziemlich kompliziert. Aber es gibt noch einen dritten Weg. Wenn man Mitglied eines ausländischen Leichtathletikverbandes ist, braucht man das alles nicht. Man kann sich einfach anmelden und kommt (glaube ich) in die gleiche Wertung wie die FIDAL-Mitglieder. Das geht nicht für alle Wettkämpfe in Italien, nur für die internationalen Wettkämpfe (es wäre sonst zu einfach).

Das ist für mich super, habe ich mir gedacht. Ich bin jetzt im Verein. Also habe ich nach einem DLV-Startpass gefragt.

Die Frage ist nun, wie man die DLV-Mitgliedschaft nachweist. Auf der Website der Verantstaltung kann man ein Formular für eine Selbstdeklaration herunterladen. Da trägt man seine DLV-Nummer ein, unterschreibt und fertig ist die Soße. Die Ausschreibung sagt aber auch was von einem Mitgliedsausweis (den wir nicht haben). Insofern weiß ich nicht, ob die Selbstdeklaration ausreicht. Das werde ich erst am Marathontag sehen.

Die Webseite

Jetzt, wo man einigermaßen verstanden hat, wie die Anmeldung funktioniert, und alle nötige Unterlage gesammelt hat, muss man sich noch tatsächlich anmelden. Das kann nicht so schwer sein, oder? Nicht in Italien..

Die Entwickler, die die Webseite programmiert haben, denken wahrscheinlich, dass User Experience ein Menu bei McDonald ist. Bei den Übersetzern ist es fraglich, ob sie überhaupt eine Fremdsprache beherrschen.

Zuerst muss man ein Formular ausfüllen. Man muss wählen, ob man in Italien wohnt oder im Ausland (für mich Ausland). Dann muss man wählen, ob man eine RunCard bereits hat, eine kaufen möchte, oder ob man Mitglied in einem ausländischen Verband ist (für mich das dritte).

Dann kommt eine Meldung, dass man das ärtzliches Attest hochladen soll. Da ist sogar ein rotes Icon mit einem Stetoskop! Panik! Wie jetzt? Ich bin DLV-Mitglied, ich brauche kein ärtzliches Attest! Soll ich mir jetzt doch eins besorgen?

Moment mal. Da ist unter der Fehlermeldung etwas Kleingedrucktes. Da steht (auf italienisch) laden sie die von der Ausschreibung vorgesehene Unterlage hoch. Ach so, jetzt verstehe ich es. Ich muss die Selbsdeklaration hochladen statt des ärtzlichen Attests. Der Entwickler hat die Meldung und das Icon nur für den häufigsten Fall programmiert: die Läufer mit der RunCard (was war nochmal User Experience?).

Ich habe auf jeden Fall die Selbstdeklaration hochgeladen und nach ein paar Tagen war meine Anmeldung bestätigt.

Wenn man die Webseite auf Deutsch umschaltet, heißt das Kleingedruckte oben (samt Kodierungsfehler beim ü):

Bitte lade die Bestätigung ,ber die Verlängerung deiner Fidal Mitgliedschaft ,ber das untenstehnde Feld hoch

Wie bitte? Das ergibt keinen Sinn. Ich bin DLV-Mitglied, ich habe mit der Fidal nichts zu tun. Wie soll ein Deutschsprachiger verstehen, dass er die Selbstdeklaration hochladen soll?

Also man kann bei der Anmeldung wahnsinnig werden. Trotzdem freue ich mich auf Rom und auf den Marathon. Es wird bestimmt ein Erlebnis (wenn ich an dem Tag starten darf..)

Titelbild aus Wikimedia Commons.

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