Maratona di Roma 2018

Kurzfassung

Gestern bin ich meinen zweiten Marathon in Rom gelaufen. Nach einem katastrophalen Training mit Knieverletztung und zwei Erkältungen, bin ich sehr glückich, dass ich überhaupt angekommen bin. Die Zeit war zwar schlechter als beim ersten Mal, aber ich habe es viel besser ausgehalten und konnte nach dem Zieleinlauf noch lächeln. Und es war mein erster Marathon mit Werder Trikot! Ich bin mit dem Lauf sehr zufrieden.

Die Strecke war wirklich sehr schön, besonders die letzten 5 km durch Piazza Navona, Piazza del Popolo und Piazza di Spagna.

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Das Training

Nach dem Bremer Marathon in Oktober habe ich gedacht, es erst im nächsten Herbst wieder zu versuchen. Ich hatte schon lange den Wunsch, in Rom den Marathon zu laufen, aber ich habe mich vom Training im kalten Winter gescheut. Dann bin ich den Laufteam von Werder Bremen beigetreten. In der Gruppe fällt mir das Training in der kalten und dunkelen Zeit leichter. So habe ich mich entschlossen, den Rom-Marathon zu laufen.

Im Januar war ich schon angemeldet und der Urlaub war gebucht. Das Training fing sehr gut an. Ich habe ein paar Wochen zuvor mit längeren Läufen angefangen, so dass ich schon 10 Wochen vor dem Marathon den ersten 30er absolvieren konnte. Dann kam ein Problem mit dem rechten Knie. Daher habe ich zwei Trainingseinheiten verpasst: einen Dauerlauf und einen Regenerationslauf. War also nicht so schlimm.

6 Wochen vor dem Marathon habe ich mir eine Erkältung eingefangen. Ich konnte 10 Tage nicht trainieren.

Eine Woche nachdem ich ins Training wieder eingestiegen bin, fingen die Schmerzen am linken Knie an. Ich musste einen langen Lauf wegen starker Schmerzen abbrechen. Danach habe ich nicht mehr wirklich nach Plan trainiert. Das Knie wurde zwar zwei Wochen vor dem Marathon besser, aber da war es schon zu spät.

Dennoch wollte ich laufen. Der Urlaub war schon gebucht und bezahlt. Ich würde also trotzdem nach Rom fliegen. Ostersamstag, eine Woche vor dem Marathon, bin ich 20 km gelaufen und das ging erst mal gut. Als ich zuhause war, fing ich aber sofort an zu husten: die zweite Erkältung war da!

Nun hatte ich alle Hoffnungen aufgegeben, den Marathon laufen zu können. Die Erkältung wurde aber im Laufe der Woche ein wenig besser. Am Sonntag habe ich mich also auf die Straße getraut, auch wenn ich ein mulmiges Gefühl hatte.

Das Rennen

Nach dem Bremer Marathon ging es mir sehr schlecht. Es war wirklich eine extreme Erfahrung. Es gibt ein Foto von mir mit der Medaille, wo ich nicht lächeln kann und mit einem sehr leidenden Gesicht gucke. Mein Ziel für den zweiten Marathon war, ein schönes glückliches Bild nach dem Lauf machen zu können. Das ist mir gelungen.

Dieses Ziel war mir am wichtigstens. Natürlich hatte ich ein Zeitziel. Ich hatte mich vorgenommen unter 4 Stunden zu bleiben. Das war aber nach der Trainingskatastrophe schwierig und ich bin nicht sehr enttäuscht, dass es nicht geklappt hat.

Ich war mir überhaupt nicht sicher, finishen zu können. Vor allem wegen der Erkältung. Ich hatte schon unterschiedlichen Ausstiegsszenarien vorbereitet: bei km 25, bei km 30 oder bei km 35.

Mit diesen Gedanken bin ich Sonntag gestartet. Die Strecke war anfangs sehr schön. Man läuft an unzähligen Sehenswürdigkeiten vorbei. Das Wetter war auch super: sonnig aber am frühen Morgen noch nicht zu warm.

So konnte ich die ersten 10 km ruhig laufen. Der Pace war vielleicht ein bisschen zu schnell für die 4 Stunden. Aber die Uhr zeigte ständig mehr Kilometer als die offiziellen Markierungen. Mir war es aber nicht so wichtig, da ich kein richtiges Zeitziel für den Lauf hatte.

Kurz vor dem Petersdom habe ich Mehmet getroffen, der weiter vorne gestartet war. Wir sind ein Stücken zusammen gelaufen. Dann spürte ich die ersten Schmerzen am Knie. Ich habe angehalten und die Stelle kurz massiert, danach konnte ich wieder laufen. Ich war erleichert.

Ab Km 20 war ich schon sehr müde. Ich hätte vielleicht das Tempo noch eine Weile halten können, aber keine 22 Kilometer. Also bin ich ein bisschen langsamer gelaufen. Da hat der Kampf angefangen. Ich hatte ein mentales Tief. Die Vorstellung, mehr als die Hälfte noch laufen zu müssen, hat mich erschrocken. Die Versuchung zu gehen war groß. Andere hatten schon damit angefangen.

Ich habe mir vorgenommen, bis Km 25 nicht zu gehen und erst an der Verpflegungsstelle kurz zu gehen. Das war erstmal schwer, aber ab km 22 konnte ich wieder sehr gut laufen. Ich habe mich leicht gefühlt.

25 Kilometer waren also geschafft. Ich musste noch 15 schaffen (die letzte 2 Kilometer habe ich im Kopft ausgeblendet, sonst wäre es noch schwieriger gewesen). Als nächstes habe ich mir vorgenommen, bis zum Schwammstand bei Km 27,5 zu laufen und dort kurz zu gehen. Das hat geklappt. Ich habe auch laufend die Verpflegungsstelle bei km 30 erreichen können.

Eigentlich fängt für alle andere Marathonläufer erst jetzt der Kampf an. Ich habe schon 10 km davon hinter mir. Für mich wurde es ab hier schwierig. Ich war schon sehr erschöpft und musste doch öfter gehen. Wenn ich wieder gelaufen bin, war es noch erträglich. Aber mir ging es immer durch den Kopf „Du musst es noch 10 km aushalten!“ und dann war ich erschlagen. Ab und zu lagen auch Leute am Boden, die von den Rettungskräften versorgt werden mussten. Mein Gedanke war „Ich laufe nie wieder Marathon“.

Bei Kilometer 37 biegen wir in eine kleine Gasse ab und plötzlich sind wir in Piazza Navona. Mann, war das schön! Ein ästhetisches Erlebnis. Dafür laufe ich.

Bei Piazza del Popolo treffe ich Holger und wir reden kurz (war eh Zeit für eine Gehpause). Ich sagte ihm „ich kann nicht mehr, aber jetzt ist zu spät zum Aussteigen“. So bin ich weiter gelaufen durch die Hot Spots des römischen Lebens. Bei der Spanischen Treppe war es schon Km 40. Nun ist est geschafft. Die letzten zwei Kilometer waren vergleichsweise leicht.

100 m vor dem Zieleinlauf hatte ich Krampfansätze, die mir das Zielfoto versaut haben. Das ist aber nicht so schlimm.

Meine Zeit war 4:33:53. Das ist nicht hervorragend, aber unter den Umständen ok. Und ich werde sehr wahrscheinlich wieder Marathon laufen.

Hier der Lauf auf Strava.

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